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Telemedizin DICOM Einführung
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DICOM - Eine Einführung
(Digital Imaging and Communication in Medicine)
Entwicklung des Standards
Entwicklung des StandardsIm Jahre 1983 gründeten das American College of Radiology (ACR) und die National Electrical Manufactures Association (NEMA) einen Ausschuß, dessen Ziel es war, einen Standard für medizinische Bilder zu entwickeln. Nach 2 Jahren wurde die erste Version dieses Standards (ACR-NEMA 300-1985 oder ACR-NEMA Version 1.0) vorgestellt. In den folgenden Jahren wurden Fehler und Inkonsistenzen beseitigt und Erweiterungen eingearbeitet, so daß 1988 ACR-NEMA 300-1988 (ACR-NEMA Version 2.0) veröffentlicht wurde. Neben dem Dateiformat wurde hier lediglich eine elektrische Punkt zu Punkt Verbindung zwischen zwei Geräten definiert. Erst der 1993 vorgestellte weiterentwickelte DICOM-Standard ermöglichte eine Kommunikation verschiedener Partner über ein Netzwerk. Im Jahr 2000 umfasst der Standard 16 Hauptteile und mehreren Ergänzugen (http://www.dclunie.com/dicom-status/status.html). Als Einstieg für Informationen über die Norm kann die nachfolgende Liste dienen: Ein Einführung in DICOM. Philips. Eine nicht-technische Einführung in DICOM. RSNA. Offizielle DICOM-Homepage der NEMA mit den Texten der Norm als
PDF-Dateien. Allgemeine Informationen. Radiological Society of North America. Linksammlung von David Clunie. Eine freie Referenzimplementation in Java von Gunter Zeilinger. Eine freie Referenzimplementation in C++. Uni-Oldenburg.
Aufbau des StandardsDICOM 3.0 besteht aus neun zusammenhängenden aber unabhängigen Dokumenten. Die Teile 10 bis 12 sind die zwischenzeitlich eingefügten Erweiterungen, die sich auf die Speicherung auf externen Speichermedien beziehen. Abbildung 1 zeigt diese Teile in einem ungeschichteten Modell, wobei die Teile, die für Netzwerk oder Point-to-Point Kommunikationen relevant sind, auf der linken Seite dargestellt werden, während auf der rechten Seite die Teile dargestellt sind, die für die Kommunikation mit transportablen Medien benötigt werden.
DatenformatDie Datenstrukturen basieren auf einem objektorientierten Informationsmodell. Es beschreibt, wie eine Problemgruppe in der "realen Welt" modelliert wird. So hat zum Beispiel ein Patient einige Untersuchungen, die in eine oder mehrere Serien aufgeteilt und mit einer bestimmten Ausrüstung durchgeführt wurden (Abbildung 2a).
Für die Modellierung wird ein Entity-Relationship (E-R) Modell verwendet, wobei die einzelnen Entitäten die Objekte darstellen. Abbildung 2b zeigt dieses anhand des DICOM Information Model. Es beschreibt die komplexen Darstellungsmöglichkeiten für Objekte der realen, medizinischen Welt durch abstarkte Größen, den Information Object Definitons (IOD's). Der DICOM Standard setzt dieses Modell in Datenstrukturen um. Abbildung 2b: Das DICOM Information-Model (aus PS 3.3 - 2000 Page 17)
NachrichtenBeim DICOM Standard werden nicht nur "nackte" Daten, sondern es werden auch Instruktionen und Informationen über die beabsichtigte Verwendung der Daten innerhalb einer Nachricht mit übertragen. Mit Hilfe dieser Nachrichten werden bei DICOM Daten über Netzwerke ausgetauscht. Zur Aufnahme der Informationen definiert der DICOM Standard
Informationsobjektklassen (Information Object Classses), die eine
abstrakte Definition der realen Welt liefern. Es werden
zwei Typen unterschieden:
Eine Nachricht besteht entweder aus einer normalisierten oder einer zusammengesetzten Informationsobjektklasse. Tabelle 1 zeigt die in den Anhängen von Teil 3 definierten Information Object Definitions.
Zum Nachrichtenaustausch definiert DICOM einen Dienst zur Nachrichtenübertragung, DICOM Message Service Element (DIMSE), der auf der TCP/IP, ISO-OSI oder Point-to-Point Schnittstelle aufgesetzt ist. Die Kombination eines Informationsobjektes und solch eines Dienstes wird Service-Object Pair (SOP) genannt. Die SOP Klasse stellt die grundlegende Funktionalitätseinheit dar, die von DICOM definiert wird. Durch Festlegung einer SOP Klasse ist es möglich, eine bestimmte Untermenge der DICOM Funktionalität zu definieren. Beim Verbindungsaufbau werden nun zunächst SOP Klassen bestimmt, die von beiden Programmen unterstützt werden. Ferner werden Anbieter (Service Class Provider, SCP) und Benutzer (Service Class User, SCU) des Dienstes bestimmt. Ein Benutzer nutzt den Dienst, indem er über DIMSE eine Nachricht an den Anbieter sendet, der dann die Nachricht bearbeitet und eine Antwort zurückschickt. Einer Nachricht kann optional ein weiterer Datenstrom folgen. DICOM unterstützt zwei verschiedene Gruppen von Nachrichten. DIMSE-C
Nachrichten sind für zusammengesetzte Datenstrukturen vorgesehen. Diese
decken folgende Einsatzbereiche ab:
DIMSE-N Nachrichten sind für normalisierte Datenstrukturen vorgesehen
und behandeln folgende Einsatzbereiche:
Aufbau eines InformationsobjektesExemplarisch soll jetzt der Aufbau der Computed Tomography Image Information Object Class verdeutlicht werden. Hierbei handelt es sich um ein zusammengesetztes Informationsobjekt, da es aus mehreren Objekten verschiedener Objektklassen zusammengesetzt wurde. Anhand von Tabelle 2 läßt sich der Aufbau nachvollziehen.
In der Spalte Information Entity (IE) stehen die Entitäten aus dem
DICOM Information Model (siehe Abbildung 2b).
Die zweite Spalte verweist auf Module, die das Objekt genauer beschreiben,
den sogenannten Attributen. Die letzte Spalte sagt aus, ob das
beschriebende Modul in der Datenstruktur erscheinen muß oder nicht:
Tabelle 3 zeigt nun das Patient Module, auf das in Tabelle 2 verwiesen wurde. Die Spalten Attribut Name und Tag beschreiben Attribute der Entität Patient. In der Spalte Attribut Beschreibung steht der Wert des jeweiligen Attributes. Die Spalte Type beschreibt, ob es notwendig ist, dieses Attribut in die Datenstruktur zu kodieren.
Es werden drei grundlegende Typ-Klassen unterschieden:
Alle verfügbaren Datenelemente (Data Elements), die bereits erwähnten
Attribute, werden im DICOM Data Dictionary definiert. Jedes
Datenelement erhält hierzu:
Solche Attribute werden in einer DICOM Nachricht in Form von einzelnen Datenelementen abgelegt. Aus ihnen besteht die eigentliche Nachricht. Eine Nachricht, die als auch Data Set bezeichnet wird, ist daher die Verkettung von beliebig vielen Attribute (siehe Abbildung 3).
Für jedes Attribut ist die Value Representation festgelegt. So sind beispielweise für das Beispiel in Tabelle 3 auszugsweise die folgenden Werte in Teil 6 der Norm definiert.
Die Abkürzungen für die Value Representation bedeuten
dabei:
Hätte der Patient beispielweise den Namen "Hans Mustermann" würde das erste Data Element lauten:
Das Feld Value Length gibt die Länge des Value Field in Byte an. Um ein Data Element über einen Übertragungskanal zu transportieren oder auch auf einem Speichermedium zu archivieren, muss noch festgelegt werden, wie die felder auf Byte-Ebene kodiert werden. Dies wird durch die Transfer Syntax festgelegt, die bei der Verbindungsaufnahme zwischen den Kommunikationspartnern ausgehandelt und festgelegt wird. Für die Transfer Syntax Explicit Value Representation and Little Endian würde die Bytefolge des Beispiels aus Tabelle 4 lauten
Um eine DICOM Nachricht zu erhalten, muß einem Data Set noch ein Command Set vorangestellt werden. Der Aufbau des Command Sets ist analog zum Data Set, allerdings besitzt er keinen Datentyp.
KommunikationsstrukturIn DICOM 3.0 gibt es drei Möglichkeiten, Daten zwischen DICOM Applikationen auszutauschen. Einzige Voraussetzung ist, daß Empfänger und Sender den gleichen Datenkanal benutzen. Laut DICOM Standard ist allerdings das Wechseln der Datenkanäle möglich, ohne die Applikation neu implementieren zu müssen. 1. Bereits in ACR-NEMA Version 2.0 war die Kommunikation über eine Point-to-Point Schnitstelle realisiert. Hierzu wurden, in Anlehnung an das ISO-OSI-Basisreferenzmodell, mehrere Schichten definiert, über die die Daten weitergegeben wurden. Die DICOM Applikationen greifen nur auf die von der obersten Schicht nach außen zur Verfügung gestellten Funktionalität zurück. 2. Mit DICOM 3.0 wurden die Kommunikationsmöglichkeiten um die Kommunikation über ein Netzwerk erweitert. Zum einen existiert die Unterstützung des ISO-OSI Protokolles, zum anderen ist auch die Verwendung des TCP/IP Protokolles möglich . Der Aufbau ist vergleichbar mit dem der Point-to-Point Schnittstelle. Durch diesen Aufbau der Kommunikationsstruktur konnte erreicht werden, daß eine vorhandene unabhängig vom DICOM Standard arbeitende medizinische Anwendung mit einer DICOM Applikation kommunizieren kann. Die Integration dieser Einheit wird mit Hilfe des Standards ermöglicht, eine Modifikation ihrer Implementation ist nicht nötig. 3. Durch die Teile 10-12 des DICOM Standards wird das Speichern von DICOM Dateien auf transportablen Medien ermöglicht. Hierzu werden sämtliche Daten in den Informationsobjekten in Dateien des entsprechenden Typs geschrieben. Anschließend wird die Struktur jedes einzelnen Informationsobjektes in eine entsprechende Verzeichnisstruktur umgesetzt. Im Hauptverzeichnis finden sich also die Informationen über vorhandene Patienten. Jeder Patient hat genau einen Verzeichniseintrag. In diesem Verzeichnis finden sich dann die einzelnen Untersuchungen, die auch jeweils einen Verzeichniseintrag besitzen, usw. Durch diesen Verzeichnisbaum kann wie bei anderen geläufigen Verzeichnisstrukturen (zum Beispiel DOS oder Unix) gewohnt navigiert werden.
DICOM Structured ReportingInnerhalb von DICOM wurde ein Richtlinie verabschiedet, nach der medizinisch Befundberichte strukturiert werden können. Dieser Dienst wird als "DICOM Structured Reporting" oder auch "DICOM SR" bezeichnet. Die Richtlinie definiert eine einheitliche Architektur für Befundberichte und bietet die Möglichkeit, Befunde zwischen unterschiedlichen Arbeitsplätzen, Workstations und Archivierungssystemen auszutauschen. Es werden eine Reihe von Dokumenttypen unterstützt, die von einfachen Textdokumenten bis hin zu multimedialen Dokumenten reichen. Durch seine allgemeine Definition kann DICOM-SR in allen Disziplinen der Medizin mit ihren unterschiedlichsten Anforderungen an Komplexität und Detailtiefe eingesetzt werden. Eine kurze Übersicht über den Aufbau und Möglichkeiten von DICOM SR findet man in einer Dia-Präsentation von David Clunie mit dem Titel "DICOM structured reporting - an object model as an implementation boumdary". Das Buch "Clunie, DA: DICOM Structured Reporting" (ISBN 0-9701369-0-0) ist als online Version im PDF Format bei PixelMed Publishing abrufbar.
Dieser Text wurde in Anlehnung an den Seminarvortrag Schlump T: "DICOM". Standards und Modelle zur Telekommunikation, Universität Oldenburg. http://www.schlump.net/Studium/dicom/dicom.html erstellt.
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